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Besichtigungs-Checkliste Eigentumswohnung: 38 Punkte, die Sie nicht vergessen sollten

Was prüfen Sie bei der Besichtigung einer Eigentumswohnung? Zustand, Stockwerkeigentum, Nebenkosten – unsere vollständige Checkliste.

Sajeevan Satkunam, Geschäftsführer der Immero AG

Sajeevan Satkunam · Eidg. Dipl. Immobilienbewerter

Verfasst und fachlich geprüft · Aktualisiert am 01. April 2026

IMMERO AG · IMMOBILIEN BERN

Wohnungsinneres systematisch prüfen

Öffnen Sie alle Fenster und Türen: Klemmen sie, quietschen sie? Testen Sie alle Wasserhähne, die Dusche und Toiletten. Prüfen Sie alle Steckdosen mit einem einfachen Prüfgerät. Schauen Sie hinter alle Möbel und in Ecken für Feuchtigkeits- oder Schimmelspuren. Prüfen Sie Bodenunebenheiten durch langsames Gehen. Testen Sie die Küchgeräte wenn möglich.

Gemeinschaftsbereiche der STWEG

Treppenhaus und Eingangsbereich: Zustand, Beleuchtung, Briefkästen. Kellerräume und Estrich: Feuchtigkeit, Zugang. Parkgarage: Zustand, Elektroinstallationen, allfällige Ladeinfrastruktur. Aussenanlagen: Gartenpflege, Spielbereich, Gemeinschaftsräume. Heizungsraum: Alter der Anlage, Serviceheft sichtbar?

Unterlagen anfordern und prüfen

Verlangen Sie: STWEG-Reglement, Protokolle der letzten 3 GV, Jahresabrechnung, aktuellen Kontostand des Erneuerungsfonds, Betriebskostenabrechnung der letzten 2 Jahre, GEAK (falls vorhanden), Grundbuchauszug, Pläne der Wohnung, Grundriss mit Wertquote.

Lage und Aussenbereich

Prüfen Sie zu verschiedenen Zeiten: Morgens (Lärm, Licht), Abends (Nachbarschaft), Wochenende vs. Wochentag. ÖV-Anbindung real testen (nicht nur googeln). Schulen, Einkauf, Ärzte: Distanz und Qualität. Parkierung für Besucher. Lärmquellen: Strasse, Bahn, Gewerbe in der Nähe.

Die Reihenfolge, die Zeit spart

Viele Kaufinteressierte beginnen mit der Objektsuche und klären die Finanzierung später. Das führt regelmässig dazu, dass ein passendes Objekt an jemanden geht, der schneller zusagen konnte. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: zuerst Eigenmittel und Tragbarkeit prüfen, dann eine Finanzierungsbestätigung einholen, erst danach suchen. Wer mit einer belastbaren Zusage antritt, wird von Verkäuferschaft und Makler anders behandelt — gerade in gefragten Lagen der Region Bern, wo Objekte häufig vergeben sind, bevor sie breit inseriert werden.

Was die Nebenkosten wirklich ausmachen

Zum Kaufpreis kommen im Kanton Bern rund 3 bis 4 Prozent hinzu: die Handänderungssteuer von 1.8 Prozent, die üblicherweise die Käuferschaft trägt, sowie Notariats- und Grundbuchgebühren. Diese Beträge laufen nicht über die Hypothek und müssen zusätzlich zu den geforderten 20 Prozent Eigenkapital verfügbar sein. Bei einem Objekt zu 900'000 Franken sind das neben 180'000 Franken Eigenkapital weitere rund 19'000 Franken — der häufigste Planungsfehler beim Immobilienkauf.

Was das für Bern-Mittelland bedeutet

Im Kanton Bern sind die Preise für Wohneigentum über die letzten zwölf Monate um rund 2.8 bis 2.9 % gestiegen (RealAdvisor, Stand September 2026). Innerhalb der Region ist die Spannweite gross: In der Stadt Bern werden Eigentumswohnungen in Zentrumslagen über 10’200 CHF/m² gehandelt, in Köniz um 7’900, in ländlicheren Gemeinden des Kiesentals oder Gürbetals deutlich darunter. Eine schweizweite Faustregel führt deshalb regelmässig in die Irre — massgebend ist immer die konkrete Lage.

Kaufen in einem engen Markt

Der Markt in Bern-Mittelland ist eng: Gut gelegene Objekte sind häufig vergeben, bevor sie breit inseriert werden. Wer die Finanzierung vorab klärt, kann bei einer Gelegenheit schnell und verbindlich handeln — das ist oft entscheidender als der letzte Verhandlungsfranken. Einzurechnen sind ausserdem die Kaufnebenkosten von rund 3 bis 4 % des Kaufpreises: 1.8 % Handänderungssteuer plus Notariats- und Grundbuchgebühren. Diese Kosten müssen aus Eigenmitteln bezahlt werden und laufen nicht über die Hypothek.

So gehen wir in Bern-Mittelland vor

In der Praxis beginnt jedes Mandat mit einer lagegenauen Einschätzung statt einer Pauschalzahl: Wir schauen auf die konkrete Gemeinde, das Quartier, den Objekttyp und den baulichen Zustand und vergleichen mit realen Transaktionen aus der Region. Erst danach besprechen wir die Strategie — beim Verkauf etwa die Frage, ob offen oder diskret über unser Off-Market-Netzwerk vermarktet wird, bei der Finanzierung den Vergleich über mehr als 25 Banken- und Versicherungspartner. Betreut werden Sie dabei direkt durch die Geschäftsführung, nicht durch wechselnde Ansprechpersonen. Wir arbeiten in Köniz, Liebefeld, Bern, Ostermundigen, Ittigen, Muri, Belp, Worb, Münsingen und über dreissig weiteren Gemeinden der Region — mit eigenen Marktdaten für jede davon. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Datengrundlage und Methodik

Die genannten Kennzahlen stützen sich auf öffentlich überprüfbare Quellen: Leitzins und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank, den hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, die kantonalen Bestimmungen zu Grundstückgewinn- und Handänderungssteuer sowie Transaktions- und Angebotsdaten spezialisierter Marktdatenanbieter für den Raum Bern. Wo eine Zahl geschätzt ist, weisen wir sie als Schätzung aus, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, welche die Datenlage nicht hergibt. Marktdaten veralten: Massgebend ist der angegebene Stand, und vor einer Transaktion prüfen wir die Zahlen für Ihr konkretes Objekt neu. Dieser Beitrag vermittelt Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

— Häufige Fragen

Antworten zum Thema.

Mindestens zwei: eine Erstbesichtigung und eine zweite mit einem Bausachverständigen oder einer vertrauten Person, die kritisch schaut. Bei der zweiten Besichtigung zu anderen Tageszeiten (Lärm, Licht) und idealerweise an einem Regentag (Feuchtigkeit, Dichtigkeit) gehen.
Bekannte Mängel, ausstehende Sanierungen, laufende Konflikte in der STWEG, geplante Sonderumlagen und den Zustand des Erneuerungsfonds. Verlangen Sie STWEG-Protokolle der letzten 3 Jahre und die aktuelle Jahresabrechnung.
Hohe Nebenkosten können auf einen schlecht alimentierten Erneuerungsfonds (Nachschuss via Sonderlage), ineffiziente Heizung, hohe Verwaltungskosten oder anstehende Sanierungen hinweisen. Verlangen Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der monatlichen Kosten (Nebenkosten + STWEG-Beitrag).
Im Kanton Bern rund 3 bis 4 Prozent: 1.8 Prozent Handänderungssteuer plus Notariats- und Grundbuchgebühren. Diese Beträge müssen aus Eigenmitteln bezahlt werden und laufen nicht über die Hypothek.

— Bern-Mittelland

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