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Kaufen · 13 Min. Lesezeit

Immobilie kaufen in der Schweiz: Der komplette Leitfaden 2026

Von der Budgetplanung über die Suche bis zum Grundbucheintrag – alle Schritte erklärt, mit Tipps für Erstkäufer.

Sayan Satkunam

Sayan Satkunam · B. Sc. Banking & Finance

Verfasst und fachlich geprüft · Aktualisiert am 15. April 2026

IMMERO AG · IMMOBILIEN BERN

Schritt 1: Budget und Finanzierbarkeit klären

Bevor Sie die erste Besichtigung buchen, klären Sie Ihren finanziellen Spielraum. Berechnen Sie Ihr verfügbares Eigenkapital (eigene Mittel + mögliche PK-Vorbezüge). Prüfen Sie mit der Bank Ihre maximale Hypothek – die Tragbarkeit muss mit kalkulatorischen 5% Zins funktionieren. Budgetieren Sie Kaufnebenkosten: Notargebühren, Handänderungssteuer, Grundbuchgebühren – zusammen typischerweise 2–3% des Kaufpreises.

Schritt 2: Suche und Besichtigung

Nutzen Sie mehrere Portale (Homegate, ImmoScout24, newhome.ch) und registrieren Sie sich bei lokalen Maklern für Off-Market-Angebote. Besichtigen Sie Objekte zu verschiedenen Tageszeiten und Wetterlagen. Prüfen Sie Lärm, Licht, Parkierung, ÖV-Anbindung, Schulen und Nachbarschaft. Lassen Sie bei Unklarheiten einen Bausachverständigen mitkommen.

Schritt 3: Finanzierungsofferte einholen

Vergleichen Sie mindestens 3 Anbieter: Ihre Hausbank, eine zweite Bank und einen unabhängigen Hypothekarvermittler. Klären Sie SARON vs. Festhypothek, Tranchen-Mix und Amortisationsstrategie. Holen Sie eine schriftliche Finanzierungszusage ein, bevor Sie dem Verkäufer verbindlich zusagen.

Schritt 4: Kaufvertrag und Notartermin

Der Notar entwirft den Kaufvertrag basierend auf den vereinbarten Konditionen. Prüfen Sie den Entwurf sorgfältig: Kaufpreis, Übergabetermin, mitverkauftes Inventar, Gewährleistungsausschluss und Eigentumsübertragungsbedingungen. Am Notartermin unterzeichnen beide Parteien, der Kaufpreis wird anschliessend überwiesen.

Schritt 5: Grundbucheintrag und Schlüsselübergabe

Nach Zahlung des Kaufpreises veranlasst der Notar den Grundbucheintrag. Mit dem Eintrag werden Sie rechtlicher Eigentümer. Die Schlüsselübergabe erfolgt am vereinbarten Termin mit einem Übergabeprotokoll. Ab diesem Moment tragen Sie alle Kosten (Versicherungen, Steuern, Unterhalt).

Was das für Bern-Mittelland bedeutet

Im Kanton Bern sind die Preise für Wohneigentum über die letzten zwölf Monate um rund 2.8 bis 2.9 % gestiegen (RealAdvisor, Stand August 2026). Innerhalb der Region ist die Spannweite gross: In der Stadt Bern werden Eigentumswohnungen in Zentrumslagen über 10’200 CHF/m² gehandelt, in Köniz um 7’900, in ländlicheren Gemeinden des Kiesentals oder Gürbetals deutlich darunter. Eine schweizweite Faustregel führt deshalb regelmässig in die Irre — massgebend ist immer die konkrete Lage.

Kaufen in einem engen Markt

Der Markt in Bern-Mittelland ist eng: Gut gelegene Objekte sind häufig vergeben, bevor sie breit inseriert werden. Wer die Finanzierung vorab klärt, kann bei einer Gelegenheit schnell und verbindlich handeln — das ist oft entscheidender als der letzte Verhandlungsfranken. Einzurechnen sind ausserdem die Kaufnebenkosten von rund 3 bis 4 % des Kaufpreises: 1.8 % Handänderungssteuer plus Notariats- und Grundbuchgebühren. Diese Kosten müssen aus Eigenmitteln bezahlt werden und laufen nicht über die Hypothek.

So gehen wir in Bern-Mittelland vor

In der Praxis beginnt jedes Mandat mit einer lagegenauen Einschätzung statt einer Pauschalzahl: Wir schauen auf die konkrete Gemeinde, das Quartier, den Objekttyp und den baulichen Zustand und vergleichen mit realen Transaktionen aus der Region. Erst danach besprechen wir die Strategie — beim Verkauf etwa die Frage, ob offen oder diskret über unser Off-Market-Netzwerk vermarktet wird, bei der Finanzierung den Vergleich über mehr als 25 Banken- und Versicherungspartner. Betreut werden Sie dabei direkt durch die Geschäftsführung, nicht durch wechselnde Ansprechpersonen. Wir arbeiten in Köniz, Liebefeld, Bern, Ostermundigen, Ittigen, Muri, Belp, Worb, Münsingen und über dreissig weiteren Gemeinden der Region — mit eigenen Marktdaten für jede davon. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Datengrundlage und Methodik

Die genannten Kennzahlen stützen sich auf öffentlich überprüfbare Quellen: Leitzins und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank, den hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, die kantonalen Bestimmungen zu Grundstückgewinn- und Handänderungssteuer sowie Transaktions- und Angebotsdaten spezialisierter Marktdatenanbieter für den Raum Bern. Wo eine Zahl geschätzt ist, weisen wir sie als Schätzung aus, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, welche die Datenlage nicht hergibt. Marktdaten veralten: Massgebend ist der angegebene Stand, und vor einer Transaktion prüfen wir die Zahlen für Ihr konkretes Objekt neu. Dieser Beitrag vermittelt Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

— Häufige Fragen

Antworten zum Thema.

Mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital. Davon müssen mindestens 10% aus eigenen, nicht-verpfändeten Mitteln stammen (Konten, Wertschriften, Schenkung). Weitere 10% können aus der Pensionskasse (WEF) kommen. Bei CHF 800’000 brauchen Sie also mind. CHF 80’000 eigene Mittel.
Von der ersten Besichtigung bis zum Grundbucheintrag: typischerweise 2–4 Monate. Davon entfallen 4–6 Wochen auf Finanzierungsabklärung, 2–4 Wochen auf die Kaufvertragsvorbereitung und 2–4 Wochen auf den Grundbucheintrag nach Zahlung.
In der Schweiz gibt es keine direkten Bundessubventionen für Erstkäufer wie in anderen Ländern. Einzelne Kantone bieten vergünstigte Baurechtsliegenschaften oder Wohneigentumsförderung. Steuerlich profitieren Sie vom Eigenmietwert-System und von den Abzugsmöglichkeiten für Hypothekarzinsen und Unterhalt.

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