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Checkliste · Anlage

Mieterspiegel analysieren

Der Mieterspiegel ist die Grundlage jeder Ertragswertberechnung — und die Stelle, an der Verkäuferangaben am häufigsten schöngerechnet werden. Prüfen Sie Vollständigkeit, Marktkonformität und Haltbarkeit der Mieten, bevor Sie eine Rendite berechnen. Eine fehlende Spalte kann den Wert um Hunderttausende verschieben.

Für wen:
Anlegerinnen und Anleger, Bewertende, Finanzierende
Wann:
Vor jeder Renditeberechnung
Aufwand:
2 bis 4 Stunden
Punkte:
20
0 von 20 erledigt0%
01

Vollständigkeit prüfen

0/6

Was fehlt, ist meist kein Zufall.

02

Marktkonformität beurteilen

0/4
03

Risiken erkennen

0/5
04

Vom Mieterspiegel zum Ertragswert

0/5

— Zur Einordnung

Die häufigsten Schönungen

Drei Muster wiederholen sich. Erstens werden Nebenkosten in den Mietzins eingerechnet, was die Rendite optisch hebt. Zweitens fehlen Leerstände oder werden als «kurzfristig» ausgeklammert. Drittens werden Betriebskosten unvollständig ausgewiesen — Verwaltung und Rückstellungen fehlen besonders gern. Jede dieser Schönungen verschiebt den Ertragswert um einen erheblichen Betrag, weil sie über den Kapitalisierungssatz vervielfacht wird.

Warum Altmieten Chance und Falle zugleich sind

Ein Mietverhältnis über zwanzig Jahre liegt oft deutlich unter dem Marktniveau. Das wirkt wie ungenutztes Potenzial — realisierbar ist es aber nur bei einem Mieterwechsel, und der kostet: Instandstellung, Vermarktung, Leerstand zwischen den Verhältnissen. Rechnen Sie nicht mit dem Marktmietzins, sondern mit dem heutigen — und behandeln Sie das Potenzial als Möglichkeit, nicht als Ertrag.

Was ein guter Mieterspiegel leistet

Er zeigt je Einheit: Nummer und Lage, Fläche, Zimmerzahl, Nettomietzins, Nebenkosten, Vertragsbeginn, Kündigungstermin und ob es sich um Wohn- oder Gewerbenutzung handelt. Dazu Parkplätze und Nebenräume separat. Fehlt eine dieser Spalten, verlangen Sie sie nach — nicht weil Sie Misstrauen hegen, sondern weil Sie sonst nicht rechnen können.

— Häufige Fragen

Je Einheit: Fläche, Nettomietzins, Nebenkosten, Vertragsbeginn und Kündigungstermin. Dazu Leerstände mit Nullertrag und die Kennzeichnung von Gewerbeflächen.
Das hängt von Lage, Objektqualität und Historie ab. Auch bei aktuell voller Vermietung gehört ein Ansatz eingerechnet — dauerhafte Vollvermietung ist keine realistische Annahme.
Nur im mietrechtlichen Rahmen. Ein Eigentümerwechsel allein ist kein Erhöhungsgrund. Anpassungen sind bei Mieterwechsel oder bei wertvermehrenden Investitionen möglich.
Vergleichen Sie den Mietzins pro Quadratmeter mit dem lokalen Markt und prüfen Sie die mietrechtliche Grenze. Liegen die Mieten deutlich über beidem, tragen Sie ein Anfechtungs- und Leerstandsrisiko.

Bern-Mittelland

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