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Checkliste · Anlage

Mehrfamilienhaus prüfen

Bei einem Renditeobjekt entscheidet der nachhaltig erzielbare Nettoertrag über den Wert, nicht der Zustand allein. Prüfen Sie deshalb zuerst die Zahlen: Mieterspiegel, Leerstandshistorie, Nebenkostenabrechnungen und Rückstellungsbedarf. Eine auffällig hohe Bruttorendite ist ein Prüfauftrag, kein Kaufargument.

Für wen:
Anlegerinnen und Anleger vor dem Kauf eines Renditeobjekts
Wann:
Vor der Abgabe eines Angebots
Aufwand:
Prüfung 8 bis 16 Stunden, Besichtigung 2 Stunden
Punkte:
25
0 von 25 erledigt0%
01

Die Ertragslage

0/6

Hier entscheidet sich der Wert. Alles andere ist nachgelagert.

02

Die Mieterstruktur

0/5
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Die Substanz

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Recht und Grundstück

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Finanzierung und Bewertung

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— Zur Einordnung

Warum die Bruttorendite in die Irre führt

Sie ist einfach zu rechnen und deshalb weit verbreitet — sagt aber nichts über Leerstand, Unterhaltszustand oder Rückstellungsbedarf. Zwei Objekte mit identischer Bruttorendite können sich in der tatsächlichen Ausschüttung um Faktoren unterscheiden, etwa wenn beim einen die Hülle saniert ist und beim anderen Dach, Fenster und Heizung gleichzeitig anstehen. Eine auffällig hohe Bruttorendite bedeutet in der Regel, dass etwas nicht stimmt: der Standort, die Substanz oder die Haltbarkeit der Mieten.

Der Kapitalisierungssatz ist die wichtigste Einzelgrösse

Er bildet die Renditeerwartung des Marktes für vergleichbare Objekte ab und berücksichtigt Lage, Zustand, Mieterstruktur und Restnutzungsdauer. Sein Hebel ist enorm — ein halbes Prozent verschiebt bei einem mittleren Renditeobjekt eine halbe Million. Seriös hergeleitet wird er aus realen Transaktionen vergleichbarer Objekte in derselben Region, nicht aus einer Tabelle. Wer einen Verkäuferansatz ungeprüft übernimmt, übernimmt dessen Optimismus.

Ist-Mieten und haltbare Mieten sind zwei verschiedene Grössen

Ein Verkäufer rechnet gern mit den heute vereinbarten Mieten. Massgebend ist aber, was nachhaltig erzielbar und mietrechtlich haltbar ist. Bei einem Referenzzinssatz von 1.25 Prozent liegt die zulässige Nettorendite auf dem investierten Eigenkapital bei maximal 3.25 Prozent. Liegen die Ist-Mieten darüber, tragen Sie ein Anfechtungsrisiko — und die finanzierende Bank rechnet ohnehin mit haltbaren Ansätzen, was Ihre Eigenkapitalrechnung verändert.

— Häufige Fragen

In Bern-Mittelland rund 5 bis 6 Prozent brutto bei reinen Anlageobjekten und 4 bis 5 Prozent bei Wohn- und Geschäftshäusern. Deutlich höhere Werte sind ein Prüfauftrag, kein Kaufargument.
Bei Renditeobjekten liegt die übliche Belehnungsgrenze tiefer als bei selbstbewohntem Wohneigentum, meist bei rund 75 Prozent. Entscheidend ist zudem die Bankbewertung — weicht sie vom Kaufpreis ab, brauchen Sie mehr.
Nur im mietrechtlichen Rahmen und unter Einhaltung der Fristen. Ein Eigentümerwechsel allein ist kein Erhöhungsgrund. Anpassungen sind bei Mieterwechsel oder bei wertvermehrenden Investitionen möglich.
Sie gehen unverändert auf Sie über — Kauf bricht Miete nicht. Auch mündliche Zusatzvereinbarungen können weitergelten, weshalb die Einsicht in die Originalverträge wichtig ist.

Bern-Mittelland

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