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Entscheidungshilfe · Verkauf

Jetzt verkaufen oder warten?

Die Frage lässt sich selten über den Markt beantworten, weil niemand die Zinsentwicklung kennt. Beantwortbar sind dagegen zwei andere Grössen: die steuerliche Besitzdauer und der Sanierungszyklus. Wer im Kanton Bern kurz vor einer Reduktionsstufe steht, gewinnt mit wenigen Monaten Geduld einen spürbaren Betrag.

Für wen:
Eigentümerinnen und Eigentümer mit grundsätzlicher Verkaufsabsicht
Wann:
Vor der Festlegung des Vermarktungsstarts
Aufwand:
Durchdenken rund 1 Stunde
Punkte:
18
0 von 18 erledigt0%
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Was sich berechnen lässt

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Diese Grössen kennen Sie — im Gegensatz zur Zinsentwicklung.

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Was für einen Verkauf jetzt spricht

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Was für Zuwarten spricht

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Was Sie nicht wissen können

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Und deshalb nicht in die Rechnung gehört.

— Typische Ausgangslagen

Sie stehen wenige Monate vor einer Reduktionsstufe

Jetzt verkaufen

  • Sanierungszyklus steht bevor
  • konkreter Kapitalbedarf
  • Objekt steht leer und kostet

Warten bis zur Stufe

  • Steuerersparnis übersteigt Haltekosten
  • kein Zeitdruck
  • Objekt in gutem Zustand

Unsere Einschätzung

Rechnen Sie beides gegeneinander: die Steuerersparnis der nächsten Stufe gegen die Haltekosten in dieser Zeit. Bei einem Gewinn von 300'000 Franken und einer Stufe von zwei Prozent stehen 6'000 Franken Ersparnis gegen wenige Monate Unterhalt und Zins. Meist lohnt sich das Warten — es sei denn, gleichzeitig steht eine grössere Sanierung an.

Ihre Festhypothek läuft in einem Jahr ab

Jetzt verkaufen

  • Vorfälligkeitsentschädigung tragbar
  • Käufer übernimmt Hypothek
  • Sanierung steht an

Bis zum Ablauf warten

  • hohe Vorfälligkeitsentschädigung
  • kein Zeitdruck
  • Objekt in gutem Zustand

Unsere Einschätzung

Holen Sie die Zahl bei der Bank ein, bevor Sie entscheiden — sie ist oft höher als erwartet. Prüfen Sie zugleich die Übertragung der Hypothek auf die Käuferschaft: Sie kann die Entschädigung ganz vermeiden und macht das Warten überflüssig.

— Zur Einordnung

Die Berner Besitzdauer-Reduktion ist der stärkste berechenbare Hebel

Der Kanton Bern kennt die grosszügigste Regelung der Schweiz: Ab dem fünften Besitzjahr sinkt die Grundstückgewinnsteuer um zwei Prozent pro Jahr, bis maximal siebzig Prozent nach fünfunddreissig Jahren. Anders als Zins- oder Preisentwicklungen ist diese Grösse exakt berechenbar. Prüfen Sie das Datum des Grundbucheintrags — nicht des Kaufvertrags — und rechnen Sie die nächste Stufe gegen die Haltekosten. Bei längerem Besitz und hohem Gewinn geht es um fünfstellige Beträge.

Warum Zinsprognosen nicht in die Entscheidung gehören

Niemand kennt die künftige Zinsentwicklung — auch niemand, der sie Ihnen selbstbewusst vorträgt. Wer den Verkaufszeitpunkt an eine Prognose knüpft, verlagert eine Entscheidung, die er treffen kann, in eine Spekulation, die er nicht kontrolliert. Entscheiden Sie stattdessen anhand der Grössen, die feststehen: Besitzdauer, Sanierungszyklus, Hypothekarlaufzeit und Ihre eigene Planung.

Vor oder nach der Sanierung — meist vorher

Wer eine grössere Sanierung durchführt und danach verkauft, bekommt die Investition selten voll vergütet. Käufer rechnen mit eigenen Vorstellungen und ziehen einen Abschlag ab. Umgekehrt preisen sie einen bekannten Sanierungsbedarf oft grosszügiger ein, als er tatsächlich kostet. Wer den Bedarf offenlegt und beziffert, verkauft deshalb meist besser vor der Investition — vorausgesetzt, er kann die Zahlen belegen.

— Häufige Fragen

Die Nachfrage in Bern-Mittelland liegt seit Jahren über dem Angebot, was eine gute Ausgangslage schafft. Wichtiger für Ihre Entscheidung sind aber die berechenbaren Grössen: Besitzdauer, Sanierungszyklus und Hypothekarlaufzeit.
Im Kanton Bern zwei Prozent der Grundstückgewinnsteuer ab dem fünften Besitzjahr. Bei einem Gewinn von 300'000 Franken sind das mehrere tausend Franken — abzüglich der Haltekosten in dieser Zeit.
Grosse Sanierungen rechnen sich selten in vollem Umfang. Kleinere Massnahmen zur Präsentation dagegen schon. Ein bekannter Sanierungsbedarf wird von Käufern oft grosszügiger eingepreist, als er kostet.
Steigende Zinsen dämpfen die Nachfrage tendenziell. Niemand kennt aber die Entwicklung, und eine Prognose ist keine Entscheidungsgrundlage. Verlassen Sie sich auf die Grössen, die feststehen.

Bern-Mittelland

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