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— Mehrfamilienhäuser · 7 Min. Lesezeit

Werterhalt von Renditeobjekten: Unterhalt planen, Rückstellungen bilden

Renditeobjekte verlieren an Wert, wenn der Unterhalt aufgeschoben wird. Eine mehrjährige Unterhaltsplanung, regelmässige Rückstellungen und eine aktive Bewirtschaftung sichern Ertrag und Wert. Als Faustregel werden für laufenden Unterhalt und Erneuerung jährlich rund ein bis eineinhalb Prozent des Gebäudeversicherungswerts eingeplant. Werterhaltende Kosten bleiben bei vermieteten Liegenschaften steuerlich abziehbar.

Themenschwerpunkt: Immobilie vermieten
Sayan Satkunam, Geschäftsführer der Immero AG

Sayan Satkunam · B. Sc. Banking & Finance

Verfasst und fachlich geprüft · Aktualisiert am 24. Oktober 2026

IMMERO AG · IMMOBILIEN BERN

Warum Werterhalt eine Managementaufgabe ist

Der Wert eines Renditeobjekts hängt am nachhaltigen Ertrag und am Zustand. Wer Unterhalt aufschiebt, verbessert kurzfristig den Cashflow, verschlechtert aber den Zustand. In der Erfolgsrechnung ist das nicht sichtbar, im Verkaufspreis schon: Käufer und Bewerter rechnen den aufgestauten Unterhalt mit Zuschlag ab. Werterhalt ist deshalb keine technische Nebensache, sondern eine zentrale Aufgabe des Eigentümers. Sie verlangt Planung, Rückstellungen und eine Bewirtschaftung, die Probleme früh erkennt.

Die Unterhaltsplanung

Eine Unterhaltsplanung listet die wichtigsten Bauteile mit Alter, Zustand und erwarteter Restlebensdauer auf: Dach, Fassade, Fenster, Heizung, Leitungen, Lift, Küchen, Bäder, Umgebung. Daraus ergibt sich ein Zeitplan, wann welche Massnahmen anstehen und was sie ungefähr kosten. Gute Planungen umfassen zehn bis fünfzehn Jahre und werden alle paar Jahre aktualisiert. Sie zeigen, ob die laufenden Erträge die künftigen Investitionen decken, und erlauben es, Massnahmen zu bündeln, etwa Fassade und Fenster zusammen.

Rückstellungen und Finanzierung

Als grobe Faustregel werden für laufenden Unterhalt und Erneuerung jährlich rund ein bis eineinhalb Prozent des Gebäudeversicherungswerts eingeplant. Bei einem Mehrfamilienhaus mit einem Versicherungswert von 4 Millionen Franken sind das 40’000 bis 60’000 Franken pro Jahr. Ein Teil wird laufend ausgegeben, der Rest sollte für grössere Erneuerungen zurückgelegt oder in der Finanzierung berücksichtigt werden. Wer keine Reserven bildet, muss grosse Sanierungen über eine Aufstockung der Hypothek finanzieren, was nur bei genügender Tragbarkeit möglich ist.

Bewirtschaftung als Werthebel

Neben der Bausubstanz bestimmt die Bewirtschaftung den Wert. Dazu gehören die sorgfältige Auswahl der Mieter, die Pflege der Mietverhältnisse, rechtzeitige und formgültige Mietzinsanpassungen, saubere Nebenkostenabrechnungen und eine schnelle Reaktion auf Schäden. Eine tiefe Fluktuation spart Leerstands- und Instandstellungskosten. Eine dokumentierte Bewirtschaftung mit aktuellem Mieterspiegel und Unterhaltsplanung ist beim Verkauf ein klarer Vorteil: Käufer schliessen daraus auf geringere Risiken und akzeptieren einen tieferen Kapitalisierungssatz.

Steuern und der Systemwechsel

Bei vermieteten Liegenschaften sind werterhaltende Unterhaltskosten als Liegenschaftskosten abziehbar, wahlweise effektiv oder pauschal. Das bleibt auch nach dem Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung ab 2029 so. Wertvermehrende Investitionen sind nicht abziehbar, mindern aber beim späteren Verkauf die Grundstückgewinnsteuer. Die Unterscheidung lohnt sich: Werden grosse Sanierungen auf zwei Steuerjahre verteilt, wirkt der Abzug oft stärker. Energiesparmassnahmen werden steuerlich wie Unterhalt behandelt, sofern das kantonale Recht es vorsieht.

Werterhalt und Verkauf

Wer in einigen Jahren verkaufen will, sollte den Werterhalt bewusst planen. Massnahmen, die den Ertrag sichern und Risiken reduzieren, zahlen sich im Preis aus: dichte Gebäudehülle, funktionierende Haustechnik, gepflegte Allgemeinräume. Grosse, individuelle Erneuerungen kurz vor dem Verkauf lohnen sich dagegen seltener, weil Käufer eigene Pläne haben. Eine aktuelle Unterhaltsplanung mit Kostenschätzung ist im Verkaufsdossier oft mehr wert als eine frisch renovierte Küche.

Was das für Bern-Mittelland bedeutet

Im Kanton Bern sind die Preise für Wohneigentum über die letzten zwölf Monate um rund 2.8 bis 2.9 % gestiegen (RealAdvisor, Stand September 2026). Innerhalb der Region ist die Spannweite gross: In der Stadt Bern werden Eigentumswohnungen in Zentrumslagen über 10’200 CHF/m² gehandelt, in Köniz um 7’900, in ländlicheren Gemeinden des Kiesentals oder Gürbetals deutlich darunter. Eine schweizweite Faustregel führt deshalb regelmässig in die Irre — massgebend ist immer die konkrete Lage.

Renditeobjekte in der Region

Marktüblich sind in Bern-Mittelland Bruttorenditen von rund 5 bis 6 % bei reinen Anlageobjekten, 4 bis 5 % bei Wohn- und Geschäftshäusern und 3 bis 4 % in Premiumlagen. Entscheidend ist die mietrechtliche Leitplanke: Bei einem Referenzzinssatz von 1.25 % liegt die zulässige Nettorendite bei maximal 3.25 % (Art. 269a OR). Renditeangaben, die auf überhöhten Sollmieten beruhen, halten einer Prüfung nicht stand — und werden auch von finanzierenden Banken nicht mitgetragen. Das Worblental gehört zu den Regionen mit dem höchsten Bestand an Renditeobjekten rund um Bern.

So gehen wir in Bern-Mittelland vor

In der Praxis beginnt jedes Mandat mit einer lagegenauen Einschätzung statt einer Pauschalzahl: Wir schauen auf die konkrete Gemeinde, das Quartier, den Objekttyp und den baulichen Zustand und vergleichen mit realen Transaktionen aus der Region. Erst danach besprechen wir die Strategie — beim Verkauf etwa die Frage, ob offen oder diskret über unser Off-Market-Netzwerk vermarktet wird, bei der Finanzierung den Vergleich über mehr als 25 Banken- und Versicherungspartner. Betreut werden Sie dabei direkt durch die Geschäftsführung, nicht durch wechselnde Ansprechpersonen. Wir arbeiten in Köniz, Liebefeld, Bern, Ostermundigen, Ittigen, Muri, Belp, Worb, Münsingen und über dreissig weiteren Gemeinden der Region — mit eigenen Marktdaten für jede davon. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Datengrundlage und Methodik

Die genannten Kennzahlen stützen sich auf öffentlich überprüfbare Quellen: Leitzins und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank, den hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, die kantonalen Bestimmungen zu Grundstückgewinn- und Handänderungssteuer sowie Transaktions- und Angebotsdaten spezialisierter Marktdatenanbieter für den Raum Bern. Wo eine Zahl geschätzt ist, weisen wir sie als Schätzung aus, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, welche die Datenlage nicht hergibt. Marktdaten veralten: Massgebend ist der angegebene Stand, und vor einer Transaktion prüfen wir die Zahlen für Ihr konkretes Objekt neu. Dieser Beitrag vermittelt Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Stand: 24. Oktober 2026. Fachlich geprüft durch Sayan Satkunam. Zitiervorschlag: Immero AG (2026): Werterhalt von Renditeobjekten: Unterhalt planen, Rückstellungen bilden. https://www.immero.ch/ratgeber/werterhalt-renditeobjekte

— Häufige Fragen

Antworten zum Thema.

Als grobe Faustregel rund ein bis eineinhalb Prozent des Gebäudeversicherungswerts pro Jahr für laufenden Unterhalt und Erneuerungen. Ältere Gebäude brauchen mehr, neue weniger.
Nein, bei Alleineigentum nicht. Rückstellungen sind aber wirtschaftlich sinnvoll und erleichtern grosse Erneuerungen.
Bei Privatpersonen sind in der Regel nur effektiv angefallene Kosten abziehbar, nicht Rückstellungen. Bei juristischen Personen gelten andere Regeln.
Tiefere Leerstände, weniger Mieterwechsel, rechtzeitige Mietzinsanpassungen und frühzeitig erkannte Schäden. Das stabilisiert Ertrag und Wert.

— Bern-Mittelland

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