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Wissensbrief · Kauf

Stockwerkeigentum verstehen

Wer eine Eigentumswohnung kauft, erwirbt Miteigentum an der ganzen Liegenschaft mit dem ausschliesslichen Recht, bestimmte Räume allein zu nutzen. Diese Doppelnatur erklärt fast alles: Sie entscheiden über Ihre Küche allein, über die Fassade nur gemeinsam — und tragen deren Kosten nach Wertquote, unabhängig davon, ob Ihre Wohnung betroffen ist.

Für wen:
Käuferinnen und Käufer von Eigentumswohnungen, Stockwerkeigentümer
Wann:
Vor dem Kauf und bei Fragen zur Gemeinschaft
Aufwand:
Lesezeit rund 12 Minuten
Punkte:
24
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01

Sonderrecht und gemeinschaftliche Teile

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Diese Unterscheidung bestimmt, wer entscheidet und wer zahlt.

02

Die Wertquote

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Der Erneuerungsfonds

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04

Beschlüsse und Gemeinschaft

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Vor dem Kauf prüfen

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— Zur Einordnung

Die Doppelnatur erklärt fast alle Konflikte

Stockwerkeigentum ist Miteigentum an der ganzen Liegenschaft mit dem ausschliesslichen Recht, bestimmte Räume allein zu nutzen. Über Ihre Küche entscheiden Sie allein; über die Fassade entscheidet die Gemeinschaft, und Sie tragen die Kosten nach Wertquote — auch wenn Ihre Wohnung an der unsanierten Seite liegt. Wer diese Doppelnatur vor dem Kauf verstanden hat, ist auf die meisten Situationen vorbereitet, die später als Überraschung erlebt werden.

Die Protokolle sind aufschlussreicher als jede Besichtigung

Sie zeigen, welche Sanierungen beschlossen oder diskutiert werden, wie die Gemeinschaft funktioniert und ob Konflikte bestehen. Wiederkehrende Streitpunkte oder blockierte Beschlüsse bedeuten, dass notwendige Sanierungen aufgeschoben werden — und irgendwann teurer kommen. Eine Gemeinschaft mit hohem Anteil selbstnutzender Eigentümer investiert erfahrungsgemäss eher in die Substanz als eine mit überwiegend Anlegern.

Was diesen Wissensbrief begrenzt

Er stellt die Systematik dar, wie sie sich aus dem Zivilgesetzbuch und der Praxis ergibt. Reglement und Begründungsakt können im Einzelfall abweichende Regelungen enthalten — sie gehen der allgemeinen Darstellung vor. Bei Streitigkeiten über Kostenverteilung, Beschlussfassung oder bauliche Massnahmen gehört eine rechtliche Prüfung des konkreten Reglements dazu.

— Häufige Fragen

Die Gemeinschaft, verteilt nach Wertquote — unabhängig davon, ob Ihre Wohnung an der sanierten Seite liegt. Gedeckt wird sie aus dem Erneuerungsfonds oder über eine Sonderumlage.
In der Regel nicht. Fenster zählen meist zu den gemeinschaftlichen Teilen, obwohl sie in Ihrer Wohnung sitzen. Der Begründungsakt und das Reglement sind massgebend.
Als Faustregel jährlich mindestens 0.5 Prozent des Gebäudeversicherungswerts. Entscheidender als der absolute Betrag ist, ob er zu den anstehenden Sanierungen passt.
Grundsätzlich ja, sofern das Reglement es nicht einschränkt. Manche Gemeinschaften verlangen eine Zustimmung oder schliessen kurzfristige Vermietung aus.

Bern-Mittelland

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