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Bewertung · 9 Min. Lesezeit

Die 7 häufigsten Fehler bei der Immobilienbewertung

Von emotionaler Überbewertung bis zu vergessenen Wertfaktoren: Diese Fehler kosten beim Verkauf bares Geld – und wie Sie sie vermeiden.

Sajeevan Satkunam

Sajeevan Satkunam · Eidg. Dipl. Immobilienbewerter

Verfasst und fachlich geprüft · Aktualisiert am 13. Mai 2026

IMMERO AG · IMMOBILIEN BERN

Fehler 1: Emotionale Überbewertung

Das eigene Zuhause ist mit Erinnerungen aufgeladen – der Markt bezahlt dafür nichts. Der häufigste und teuerste Fehler ist ein Preis, der auf Gefühl statt auf Daten beruht. Eine neutrale, methodische Bewertung schützt vor dieser Falle.

Fehler 2: Falsche Methode fürs Objekt

Ein Mehrfamilienhaus nach dem Wohnwert eines Einfamilienhauses zu bewerten führt zwangsläufig in die Irre. Renditeobjekte gehören in die Ertragswertmethode, Wohnobjekte in die hedonische. Die Methode muss zum Objekttyp passen.

Fehler 3: Vergleich mit Angebotspreisen

Inserierte Preise sind Wunschpreise, keine erzielten Preise. Wer sich an Portalinseraten orientiert, vergleicht sich mit anderen Verkäuferwünschen – nicht mit dem, was der Markt tatsächlich bezahlt. Massgeblich sind reale Abschlüsse.

Fehler 4: Sanierungsstau ignorieren

Ein gepflegtes Erscheinungsbild kann über aufgeschobenen Unterhalt hinwegtäuschen. Dach, Fenster, Heizung, Leitungen und Fassade haben Lebenszyklen. Anstehende Grossreparaturen mindern den Wert und müssen ehrlich eingerechnet werden.

Fehler 5: Den energetischen Zustand ausblenden

Der energetische Zustand ist zu einem harten Preisfaktor geworden. Objekte mit fossiler Heizung und schlechter Dämmung werden zunehmend mit einem Abschlag gehandelt, weil Käufer die Sanierungskosten einpreisen. Ein GEAK schafft Klarheit.

Fehler 6: Rechtliche Lasten übersehen

Wegrechte, Baurechte, Näherbaurechte oder Nutzungsbeschränkungen im Grundbuch beeinflussen den Wert. Sie werden bei einer oberflächlichen Bewertung leicht übersehen, treten aber spätestens beim Notar zutage.

Fehler 7: Nur eine Methode verwenden

Eine seriöse Bewertung plausibilisiert mehrere Verfahren gegeneinander. Wer sich auf eine einzige Zahl verlässt, ohne sie zu prüfen, riskiert eine Fehleinschätzung. Die Wahrheit liegt meist im Abgleich mehrerer Blickwinkel.

— Häufige Fragen

Antworten zum Thema.

Ein überhöhter Angebotspreis schreckt qualifizierte Käufer ab. Das Objekt bleibt lange am Markt, gilt als Ladenhüter und wird am Ende oft unter Wert verkauft. Ein realistischer Preis von Anfang an erzielt meist das bessere Ergebnis.
Sanierungsstau, veraltete Haustechnik, fehlende Erdbebenertüchtigung, energetischer Zustand (GEAK) und rechtliche Lasten wie Dienstbarkeiten oder Baurechte. Sie alle können den Wert erheblich beeinflussen.

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