Vom LIBOR zum SARON
Variable Hypotheken hiessen in der Schweiz lange LIBOR-Hypotheken. Nach der Ablösung des LIBOR ist der SARON die massgebende Referenz — ein besicherter Tagesgeldsatz, der aus tatsächlichen Transaktionen am Schweizer Repo-Markt berechnet wird. Anders als beim LIBOR beruht er nicht auf Einschätzungen von Banken, sondern auf realen Geschäften, was ihn manipulationsresistenter macht.
Wie die Abrechnung funktioniert
Der SARON ist ein Tagessatz. Für die Hypothek wird er über die Zinsperiode — üblicherweise drei Monate — aufgezinst und ergibt zusammen mit der Marge der Bank Ihren Zinssatz für diese Periode. Weil der Satz erst am Ende der Periode feststeht, kennen Sie die exakte Belastung im Voraus nicht. Die Marge dagegen ist im Rahmenvertrag fixiert und ändert sich während dessen Laufzeit nicht.
Der Rahmenvertrag ist entscheidend
Die eigentliche Bindung entsteht nicht durch die Zinsperiode, sondern durch den Rahmenvertrag, der typischerweise über mehrere Jahre läuft. Er regelt die Marge, die Möglichkeit eines Wechsels in eine Festhypothek und die Bedingungen einer vorzeitigen Auflösung. Wer nur auf den tiefen Zins schaut und den Rahmenvertrag nicht liest, entdeckt die Einschränkungen erst, wenn er wechseln oder verkaufen will.
Chancen und Risiken
Historisch fuhren Haushalte mit variablen Modellen im Durchschnitt günstiger als mit langen Festhypotheken — der Preis der Planungssicherheit ist real. Dem steht das Risiko gegenüber, dass die Belastung bei steigenden Zinsen zunimmt, und zwar innert weniger Quartale. Entscheidend ist deshalb nicht die Zinsmeinung, sondern die Frage: Könnten Sie eine Verdoppelung oder Verdreifachung des Zinses über mehrere Jahre tragen, ohne in Bedrängnis zu geraten?
Kombination statt Entweder-oder
In der Praxis sinnvoll ist häufig ein Mix: ein Teil als SARON für die Zinschance, ein Teil fest für die Planbarkeit. Die Aufteilung richtet sich nach Ihrer Reserve und Ihrem Zeithorizont. Wer ohnehin in wenigen Jahren verkaufen will, gewichtet den variablen Teil höher, weil die Auflösung einer SARON-Tranche in der Regel ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich ist.
Worauf beim Vergleich zu achten ist
Vergleichen Sie nicht die Schaufensterzinsen, sondern die Marge, die Länge und Kündbarkeit des Rahmenvertrags, die Wechselmöglichkeit in Festtranchen sowie allfällige Gebühren. Diese Punkte unterscheiden sich zwischen Anbietern stärker als der Referenzsatz selbst — der ist für alle derselbe. Wir prüfen die Verträge im Detail und verhandeln über mehr als 25 Partner.
Was das für Bern-Mittelland bedeutet
Im Kanton Bern sind die Preise für Wohneigentum über die letzten zwölf Monate um rund 2.8 bis 2.9 % gestiegen (RealAdvisor, Stand August 2026). Innerhalb der Region ist die Spannweite gross: In der Stadt Bern werden Eigentumswohnungen in Zentrumslagen über 10’200 CHF/m² gehandelt, in Köniz um 7’900, in ländlicheren Gemeinden des Kiesentals oder Gürbetals deutlich darunter. Eine schweizweite Faustregel führt deshalb regelmässig in die Irre — massgebend ist immer die konkrete Lage.
Finanzierungsumfeld 2026
Der SNB-Leitzins liegt seit Juni 2025 bei 0.0 % und wurde am 18. Juni 2026 bestätigt; zehnjährige Festhypotheken bewegen sich um rund 1.4 bis 1.6 %, der hypothekarische Referenzzinssatz liegt bei 1.25 %. Trotz dieses tiefen Niveaus rechnen Banken die Tragbarkeit mit einem kalkulatorischen Zins von 4.5 bis 5 % — das bleibt für viele Haushalte die eigentliche Hürde, nicht der Marktzins. Verlangt werden mindestens 20 % Eigenkapital, davon mindestens 10 Prozentpunkte aus harten Eigenmitteln ausserhalb der Pensionskasse.
So gehen wir in Bern-Mittelland vor
In der Praxis beginnt jedes Mandat mit einer lagegenauen Einschätzung statt einer Pauschalzahl: Wir schauen auf die konkrete Gemeinde, das Quartier, den Objekttyp und den baulichen Zustand und vergleichen mit realen Transaktionen aus der Region. Erst danach besprechen wir die Strategie — beim Verkauf etwa die Frage, ob offen oder diskret über unser Off-Market-Netzwerk vermarktet wird, bei der Finanzierung den Vergleich über mehr als 25 Banken- und Versicherungspartner. Betreut werden Sie dabei direkt durch die Geschäftsführung, nicht durch wechselnde Ansprechpersonen. Wir arbeiten in Köniz, Liebefeld, Bern, Ostermundigen, Ittigen, Muri, Belp, Worb, Münsingen und über dreissig weiteren Gemeinden der Region — mit eigenen Marktdaten für jede davon. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Datengrundlage und Methodik
Die genannten Kennzahlen stützen sich auf öffentlich überprüfbare Quellen: Leitzins und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank, den hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, die kantonalen Bestimmungen zu Grundstückgewinn- und Handänderungssteuer sowie Transaktions- und Angebotsdaten spezialisierter Marktdatenanbieter für den Raum Bern. Wo eine Zahl geschätzt ist, weisen wir sie als Schätzung aus, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, welche die Datenlage nicht hergibt. Marktdaten veralten: Massgebend ist der angegebene Stand, und vor einer Transaktion prüfen wir die Zahlen für Ihr konkretes Objekt neu. Dieser Beitrag vermittelt Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
