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Marktanalyse · 9 Min. Lesezeit

GEAK, Minergie, PV-Anlage: Wie Nachhaltigkeit den Immobilienwert beeinflusst

Energetische Sanierung als Werttreiber oder Kostenfalle? Was Energieklassen, Solaranlagen und Wärmepumpen für Kauf- und Mietpreise bedeuten.

Sayan Satkunam

Sayan Satkunam · B. Sc. Banking & Finance

Verfasst und fachlich geprüft · Aktualisiert am 08. April 2026

IMMERO AG · IMMOBILIEN BERN

GEAK: Der neue Standard beim Kauf und Verkauf

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) bewertet Gebäudehülle (Dämmung, Fenster) und Gesamtenergieeffizienz auf einer Skala A–G. Ab GEAK G (schlechteste Klasse) drohen künftig Sanierungsauflagen. Beim Verkauf zeigen Käufer und Banken wachsendes Interesse am GEAK – er wird zur verkaufsrelevanten Kennzahl.

Wärmepumpe und Heizungsersatz

Der Ersatz einer Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe kostet CHF 25’000–50’000, wird aber mit kantonalen Förderbeiträgen und Bundessubventionen (Gebäudeprogramm) erheblich mitfinanziert. Im Kanton Bern sind Beiträge von CHF 8’000–15’000 möglich. Eine neue Wärmepumpe senkt die Betriebskosten, erhöht den GEAK und verbessert die Vermarktbarkeit.

Photovoltaik: Investition mit doppelter Rendite

Eine PV-Anlage amortisiert sich in der Schweiz typischerweise in 8–14 Jahren (je nach Lage, Eigenverbrauch und Einspeisetarif). Darüber hinaus produziert sie kostenlos Strom. Der Immobilienwert steigt, die Betriebskosten sinken – und für Mieter wird die Liegenschaft attraktiver. Der Eigenverbrauch lässt sich mit Batteriespeicher auf 70–80% erhöhen.

Was bringt die Investition in den Verkaufspreis?

In der Praxis ist der Mehrerlös beim Verkauf oft geringer als die Investitionskosten. Energetische Sanierungen verbessern primär die Vermarktbarkeit, reduzieren Leerstand und senken künftige Risiken (Sanierungspflichten, steigende Energiekosten). Bei MFH ist die Rechnung klarer: tiefere Heizkosten = höhere Nettomieten = besserer Ertragswert.

Was das für Bern-Mittelland bedeutet

Im Kanton Bern sind die Preise für Wohneigentum über die letzten zwölf Monate um rund 2.8 bis 2.9 % gestiegen (RealAdvisor, Stand August 2026). Innerhalb der Region ist die Spannweite gross: In der Stadt Bern werden Eigentumswohnungen in Zentrumslagen über 10’200 CHF/m² gehandelt, in Köniz um 7’900, in ländlicheren Gemeinden des Kiesentals oder Gürbetals deutlich darunter. Eine schweizweite Faustregel führt deshalb regelmässig in die Irre — massgebend ist immer die konkrete Lage.

Einordnung und Ausblick

Getragen wird die Preisentwicklung in Bern-Mittelland von einem knappen Angebot, einer stabilen Zuwanderung in die Agglomeration und einem weiterhin tiefen Zinsumfeld. Für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet das eine solide Ausgangslage, für Kaufinteressierte anhaltenden Wettbewerb um gut gelegene Objekte. Wichtiger als der Gesamttrend bleibt die Mikrolage: Zwischen einzelnen Quartieren derselben Gemeinde liegen regelmässig mehrere Tausend Franken pro Quadratmeter — Zahlen auf Kantonsebene taugen deshalb nur als grobe Orientierung.

So gehen wir in Bern-Mittelland vor

In der Praxis beginnt jedes Mandat mit einer lagegenauen Einschätzung statt einer Pauschalzahl: Wir schauen auf die konkrete Gemeinde, das Quartier, den Objekttyp und den baulichen Zustand und vergleichen mit realen Transaktionen aus der Region. Erst danach besprechen wir die Strategie — beim Verkauf etwa die Frage, ob offen oder diskret über unser Off-Market-Netzwerk vermarktet wird, bei der Finanzierung den Vergleich über mehr als 25 Banken- und Versicherungspartner. Betreut werden Sie dabei direkt durch die Geschäftsführung, nicht durch wechselnde Ansprechpersonen. Wir arbeiten in Köniz, Liebefeld, Bern, Ostermundigen, Ittigen, Muri, Belp, Worb, Münsingen und über dreissig weiteren Gemeinden der Region — mit eigenen Marktdaten für jede davon. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Datengrundlage und Methodik

Die genannten Kennzahlen stützen sich auf öffentlich überprüfbare Quellen: Leitzins und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank, den hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, die kantonalen Bestimmungen zu Grundstückgewinn- und Handänderungssteuer sowie Transaktions- und Angebotsdaten spezialisierter Marktdatenanbieter für den Raum Bern. Wo eine Zahl geschätzt ist, weisen wir sie als Schätzung aus, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, welche die Datenlage nicht hergibt. Marktdaten veralten: Massgebend ist der angegebene Stand, und vor einer Transaktion prüfen wir die Zahlen für Ihr konkretes Objekt neu. Dieser Beitrag vermittelt Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

— Häufige Fragen

Antworten zum Thema.

Ja. Studien zeigen einen Wertzuwachs von 3–6% für gut dimensionierte PV-Anlagen. Entscheidend ist die Eigenverbrauchsquote. Bei Verkauf zählt die installierte Leistung (kWp), der Eigenverbrauch und ob die Anlage abgeschrieben ist.
Liegenschaften mit GEAK A/B erzielen zunehmend Aufschläge von 5–10% gegenüber vergleichbaren G-Objekten. Banken geben bei energieeffizienten Objekten teilweise bessere Konditionen (Grüne Hypotheken). Käufer werden bei G-Ratings skeptischer, besonders wenn Sanierungspflichten drohen.
Kantone können Sanierungspflichten einführen. Im Kanton Bern gilt MuKEn 2014 (Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich): Bei Heizungsersatz muss der CO2-Ausstoss gesenkt werden. Vollständige Sanierungspflichten nach Zeitplan gibt es noch nicht, sind aber politisch im Gespräch.

Bern-Mittelland

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